Nutzfeuer – Das Verbrennen im Freien

 

Langsam wird es sommerlicher, Arbeiten im Garten werden nötig und damit fällt einiges an Grünschnitt an. Bis vor wenigen Jahren war es nicht unüblich, seine Grünabfälle im Garten zu verbrennen. Auch heute kommt es noch vereinzelt vor.

Häufig bleibt es dabei aber nicht nur bei Holz-und Grünabfällen. Oft wandern auch Kunststoffe, wie Müllsäcke, alte Autoreifen oder sogar Matratzen auf den Scheiterhaufen. Wie in unseren Einsatzberichten zu lesen, sind auch wir schon zu zahlreichen solcher „Nutzfeuer“ alarmiert worden, weil Anwohner durch die massive Rauchsäule belästigt, besorgt oder sogar verängstigt waren.

Ignorantia legis non excusat – Unwissenheit schützt vor Strafe nicht

An dieser Stelle möchten wir darauf hinweisen, dass es nicht nur belästigend und unschön ist: es ist schlicht verboten, Gegenstände zu verbrennen. Doch wo steht das? Die wenigsten Menschen kennen sich mit der Rechtslage in Deutschland und Nordrhein-Westfalen aus. Grundsätzlich sagt die Volksweisheit: alles ist irgendwo geregelt. Das stimmt im Prinzip auch, man muss nur wissen wo.

Kurz und knapp: das Landesimmissionsschutzgesetz NRW (LImSchG NRW) bestimmt in § 7, dass das Verbrennen im Freien verboten ist.

Ausnahmen davon sind aber möglich. Diese hat der Kreis Heinsberg in einer Allgemeinverfügung geregelt. So dürfen nur Bioabfälle aus Pflegemaßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege und vom Borkenkäfer befallenes Holz auf bestimmten Flächen verbrannt werden. Diese Bestimmungen kann der eigene Garten aber unmöglich erfüllen. Außerdem ist ein solches Nutzfeuer zuvor jedoch beim Ordnungsamt Geilenkirchen und dem Feuerschutzzentrum in Erkelenz zu beantragen bzw. anzumelden. Näheres ist auf den Internetseiten des Kreises zu erfahren.

Grünschnittabholung oder eigener Kompost

Wie man mit Abfällen richtig umgeht, regelt das Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG); unter anderem welche Abfälle einem öffentlichen Entsorgungsträger überlassen werden müssen. Nach § 17 (1) KrWG müssen alle Abfälle der Privathaushalte in die entsprechende Mülltonne. Die einzige Ausnahme bilden tatsächlich Gartenabfälle, wenn die Verwertung dieser Abfälle auf dem eigenen Grundstück möglich ist. Nach § 7 (3) KrWG hat die Verwertung aber schadlos zu erfolgen. Dies ist der Fall, wenn eine Beeinträchtigung der Allgemeinheit auszuschließen ist. Dies ist bei der Verbrennung offensichtlich nicht möglich. Daher ist nur eine Kompostierung von Grünschnitt möglich.

Fazit

Wer in seinem Garten Abfälle verbrennt handelt illegal und dies kann mit einem Bußgeld geahndet werden. Zusammen mit möglichen Gebühren für den eigentlich unnötigen Feuerwehreinsatz kann dies wesentlich teuerer werden als die Abfallgebühren.

Würm - 26.05.2016